In diesem Artikel gebe ich Ihnen meine Einschätzung zu den SI´s der IATF 16949. Bitte beachten Sie, dass es lediglich im meine Interpretation handelt.

Quellangabe: www.IATFglobaloversight.org

Information zur Quellangabe: Die in diesen Abschnitten z.T. verwendete Texte sind Originaltexte und auf der o.g. „IATF Seite“ für jeden einsehbar und als PDF downloadbar.

Ausschließlich die Abschnitte, die mit QM Integration Bemerkungen anfangen sind meine Interpretationen.

In den Folgen Seiten möchte ich Ihnen die o.g. „SIs“ erläutern.

Die erste SIs wurde von der IATF im Oktober 2017 wirksam, in der nachfolgenden Liste habe ich die bis zum November 2018 veröffentlichte SIs zusammengefasst:

  • SI 1-9 wirksam Oktober 2017
  • SI 10-11 wirksam Juli 2018
  • SI 8 überarbeitet und wirksam Juli 2018
  • SI 10 überarbeitet und wirksam Juli 2018
  • SI 12-13 wirksam Juli 2018
  • SI 14-15 wirksam Januar 2019.

Die offiziellen deutschen Übersetzungen, sind z.T. zeitversetzt zur englischen Originalfassung veröffentlicht worden.

Um diese SIs besser darzustellen habe ich die Sortierung nach Kapiteln zugeordnet und nicht der Reihenfolge der Veröffentlichung:

 

Si Nr. 1

3.1 Automobilspezifische Begriffe

Kundenanforderungen

Alle Anforderungen des Kunden (z. B. technischer und kommerzieller Art oder das Produkt und den Produktionsprozess betreffende Anforderungen, Einkaufsbedingungen oder kundenspezifische Anforderungen usw.).  Handelt es sich bei der auditierten Organisation um einen Fahrzeughersteller, die Tochtergesellschaft eines Fahrzeugherstellers oder ein Joint-Venture mit einem Fahrzeughersteller, so ist der entsprechende Kunde durch den Fahrzeughersteller, durch die Tochtergesellschaft eines Fahrzeugherstellers oder das Joint-Venture festgelegt.

 IATF Begründung für diese Änderung:

Kundenanforderungen werden von Fahrzeugherstellern für die Anwendung in der automotiven Lieferkette basierend auf der Art des Herstellungsprozesses entwickelt. Demzufolge legt in Fällen, in denen es sich bei der auditierten Organisation um einen Fahrzeughersteller handelt, der Fahrzeughersteller fest, wie Kundenfreigaben und/oder Kundeneingaben zu behandeln sind.

 

QM Integration: Bemerkung zu Si Nr.1

Wichtig für OEM´s, die sich gemäß IATF16949 zertifizieren lassen

 

SI Nr.15

3.1 Begriffe und Definitionen für die Automobilindustrie

Integrierte (embedded) Software

Integrierte (embedded) Software ist ein spezialisiertes Programm, das in einer Fahrzeugkomponente (typischerweise Computerchip oder einem anderen nichtflüchtigen Speicher) gespeichert ist oder vom Kunden festgelegt wurde, oder als Teil des Systemdesigns, um seine Funktionen zu steuern. Um im Rahmen der IATF 16949-Zertifizierung relevant zu sein, muss der Teil, der durch integrierte Software gesteuert wird, für eine Automobilanwendung (d.h. Personenkraftwagen, leichte Nutzfahrzeuge, schwere Lastkraftwagen, Busse und Motorräder) entwickelt werden. Siehe Regeln für das Erreichen und die Erhaltung der IATF-Anerkennung, 5. Auflage, Abschnitt 1.0 Berechtigung zur Zertifizierung nach IATF 16949 für das, was für „Automotive“ in Frage kommt.

HINWEIS: Software zur Steuerung eines beliebigen Aspekts des Herstellungsprozesses (z. B. Maschine zur Herstellung einer Komponente oder eines Materials) ist nicht in der Definition von integrierter Software enthalten.
Grund für die neue Definition: Es gab Verwirrung bezüglich eingebetteter Software und der jeweiligen Anwendung. Gelöscht: IATF 16949-FAQ 10.

 

Si Nr. 2

4.4.1.2 Produktsicherheit

Die Organisation muss über dokumentierte Prozesse für das Management von produktsicherheitsrelevanten Produkten und Produktionsprozessen verfügen. Diese müssen, soweit zutreffend, mindestens Folgendes beinhalten:

– m)  (…)

  1. ANMERKUNG: „Gesonderte Freigabe“ von sicherheitsrelevanten Anforderungen oder Dokumenten mit sicherheitsrelevanten Inhalten kann durch den Kunden oder durch interne Prozesse der Organisation gefordert sein

IATF Begründung für diese Änderung:

Erkannter Klarstellungsbedarf bezüglich „gesonderter Freigaben“ für sicherheitsrelevante Anforderungen oder Dokumenten mit sicherheitsrelevanten Inhalten.

QM Integration: Bemerkung zu Si Nr.2

Im Originaltext wird erwähnt, dass der Kunde typischer Weise die FMEA freigibt. Dem ist natürlich nicht so, der Kunde kann die FMEA jederzeit einsehen (VDA Band 2 PPF). Übergeben wird die FMEA „nur“, wenn vertraglich vereinbart.

 

SI Nr. 12

5.1.1.2 Prozesseffektivität und -effizienz

Das Top-Management muss die Wirksamkeit und Effizienz des Qualitätsmanagementsystems überprüfen, um das Qualitäts-managementsystems der Organisation zu bewerten und zu verbessern. Die Ergebnisse der Prozessüberprüfungstätigkeiten müssen als Input für die Managementüberprüfung enthalten sein (siehe Abschnitt 9.3.2.1.). „QM Integration-Bemerkung: siehe auch Si 13“

IATF Begründung für Veränderung:

Klargestellt, dass nicht für jeden Prozess eine Effizienzmaßnahme erforderlich ist. Die Organisation muss bestimmen, welche Prozesse Effizienzmaßnahmen in ihrem Qualitätsmanagementsystem erfordern. Darüber hinaus müssen die Problemlösungsprozesse der Organisation durch das Management der Organisation einer Wirksamkeitsüberprüfung unterzogen werden.

 

QM Integration: Bemerkung zu SI Nr.12:

Diese könnten z.B. alle wertschöpfenden Prozesse sein und zusätzlich die in der IATF 16949 geforderte Prozesse nach #9.3.2

 

 

Si Nr. 3

6.1.2.3 Notfallpläne

Die Organisation muss:

  1. a) – b) (…)
  2. c) Notfallpläne erstellen, um die Teileversorgung auch im Falle eines der folgenden Ereignisse aufrechtzuerhalten: Ausfall von wesentlichen Produktionseinrichtungen (siehe auch Abschnitt 8.5.6.1.1), Lieferunterbrechung extern bereitgestellter Produkte, Prozesse und Dienstleistungen, wiederkehrende Naturkatastrophen, Feuer, Unterbrechungen der Versorgungssysteme, Cyberangriffe/Onlineangriffe auf IT-Systeme; Arbeitskräftemangel oder Störungen der Infrastruktur,

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Organisationen müssen sich mit der Möglichkeit von Cyberangriffen/Onlineattacken befassen, die dazu führen könnten, dass die Herstellungsprozesse und Logistikabläufe blockiert werden. Dies schließt auch sog. „Ransomware“ mit ein. Organisationen müssen sicherstellen, dass sie auf Cyberangriffe/Onlineattacke vorbereitet sind.

QM Integration: Bemerkung zu Si Nr.3

Ransomware, sind z.B. Erpressungsversuche, die Ihre Dateien auf Ihren Server (Zeichnungen, Rechnungen uvm.)  verschlüsseln und erst nach Bezahlung einer Summe ggf. wieder freigegeben werden…. . Eine Einführung eines IT Security Management System (z.B. ISO 27001), wird z.T. von einigen OEM´s bereits gefordert.

 

Si Nr. 10

7.1.5.3.2. Externe Labore

 

Externe, kommerzielle oder unabhängige Prüflabore, die von der Organisation für Prüf- oder Kalibrierdienstleistungen genutzt werden, müssen über ein festgelegtes Arbeitsgebiet verfügen, aus dem ihre Fähigkeit, die geforderten Prüf- und Kalibrierdienstleistungen durchzuführen, hervorgeht, und:

– das Prüflabor muss entweder nach ISO/IEC 17025 von einer Akkreditierungsstelle (Unterzeichner) des ILAC MRA (International Laboratory Accreditation Forum Mutual Recognition Arrangement – www.ilac.org), oder einer vergleichbaren nationalen Norm akkreditiert sein – wobei die betreffende Prüfung, Messung oder die betreffende Kalibrier-Dienstleistung in den Umfang der Akkreditierung (des Zertifikats) eingeschlossen sein muss. Kalibrierzertifikat oder Prüfbericht müssen ein Akkreditierungszeichen (ein Siegel) der nationalen Akkreditierungsgesellschaft tragen; oder – es muss nachgewiesen werden, dass das externe Prüflabor den Anforderungen des Kunden genügt.

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Einige Organisationen befanden die Anforderungen an die Akkreditierung für externe, kommerzielle oder unabhängige Prüf- und Kalibrierlabore, die für entsprechende Prüf- oder Kalibrierdienstleistungen genutzt  werden, unklar und erwarteten eine weitergehende Klarstellung. Mit dieser sanktionierten Interpretation werden die Anforderungen und Erwartungen präzisiert.

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.10

Anforderung, dass die externen Labore, sofern vom Kunden nicht freigegeben, in der ILAC gelistet sein müssen.

 

 

Si Nr. 4

7.2.3 Kompetenz von internen Auditoren

Die Organisation muss über (einen) dokumentierte(n) Prozess(e) verfügen, der sicherstellt, dass interne Auditoren kompetent sind, wobei Anforderungen die durch die Organisation selbst definiert werden und/oder kundenspezifische Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Für weitere Hinweise zu Kompetenzen von Auditoren wird auf die ISO 19011 verwiesen.

Die Organisation muss eine Liste aller qualifizierten internen Auditoren führen.

Internen QM-Systemauditoren in der Lage sein, folgende Mindestkompetenzen nachzuweisen:

  1. a) Verständnis des prozessorientierten Ansatzes der Automobilindustrie, einschließlich risikobasierter Denkweise,
  2. b) Verständnis der zutreffenden kundenspezifischen Anforderungen,
  3. c) Verständnis zutreffender Anforderungen der ISO 9001:2015 und der IATF 16949 hinsichtlich des Auditumfangs,
  4. d) Verständnis relevanter Anforderungen zu Qualitätstechniken bzw. -methoden (engl.: core tools) hinsichtlich des Auditumfangs,
  5. e) Verständnis, wie Audits geplant und durchgeführt werden, wie Auditberichte erstellt und wie Maßnahmen aus Auditfeststellungen geschlossen werden.

Prozessauditoren müssen mindestens nachweisen, dass sie über das für die relevanten zu auditierenden Produktionsprozesse notwendige technische Verständnis verfügen – auch hinsichtlich prozessbezogener Risikoanalysen (wie Prozess-FMEA) und Produktionslenkungsplänen.

Produktauditoren müssen mindestens nachweisen, dass sie über die notwendige Kompetenz verfügen, die Anforderungen an das Produkt zu verstehen und die dafür relevanten Mess- und Prüfmittel zur Überprüfung der Produktkonformität zu handhaben.

Für Schulungen zur Erreichung von Kompetenz, die durch Mitarbeiter der Organisation erbracht werden, müssen dokumentierte Informationen (Nachweise) vorliegen, die belegen, dass die Kompetenzen der eingesetzten Trainer den oben genannten Anforderungen entsprechen.

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Die vorgenannte Änderung grenzt die Kompetenz-Anforderungen von internen QM-Systemauditoren, Prozessauditoren und Produktauditoren voneinander ab. Darüber hinaus erfolgt eine Klarstellung zur Trainerkompetenz für intern durchgeführte Trainings.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.4

Interne System-, Prozess und Produktauditoren müssen wie erkannt für die Kompetenzermittlung voneinander getrennt werden. Dieses ist u.a. durch eine unterschiedliche Schulungstiefe realisierbar.

 

Si Nr. 5

7.5.1.1 Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems

Das Qualitätsmanagementhandbuch muss mindestens Folgendes beinhalten:

  1. a) Geltungsbereich des Qualitätsmanagementsystems, einschließlich Beschreibung und Begründung von Ausschlüssen,
  2. b) dokumentierte Prozesse, die für das Qualitätsmanagementsystem erforderlich sind, oder Referenzen darauf,
  3. c) Prozesse der Organisation und deren Abfolge und Wechselwirkung (Input und Output), einschließlich Art und Umfang der Lenkung ausgegliederter Prozesse,
  4. d) Dokument (zum Beispiel eine Tabelle, eine Liste oder eine Matrix), aus dem hervorgeht, an welcher Stelle des Qualitätsmanagementsystems der Organisation kundenspezifische Anforderungen adressiert werden.

 

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Einige Zertifizierungsgesellschaften und Organisationen wünschten eine Klarstellung, dass es sich bei der vormals genannten Matrix nicht um eine obligatorische Darstellungsweise handelt. Eine Matrix stellt lediglich eine von mehreren Möglichkeiten dar, die akzeptabel sind. Die Entscheidung für das jeweils genutzte Format obliegt der Organisation.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.5

Von der Formulierung her wäre nur eine Matrix möglich gewesen. Wie dies explizit umgesetzt wird obliegt der Organisation und sollte dem QM-Handbuch entsprechen angepasst werden. Dies kann ebenso in den einzelnen Verfahrensanweisungen dokumentiert sein.

 

Si Nr. 6

8.3.3.3  Besondere Merkmale

Die Organisation muss einen multidisziplinären Ansatz anwenden, um den (die) Prozess(e) zur Ermittlung besonderer Merkmale festzulegen, zu dokumentieren und einzuführen. Dies beinhaltet die vom Kunden festgelegten besonderen Merkmale und jene, die die Organisation im Rahmen ihrer Risikoanalysen ermittelt hat, und muss Folgendes beinhalten:

  1. a) Dokumentation und Kennzeichnung besondere Merkmale in den Produkt- und/oder Produktionsdokumenten (wenn gefordert), in entsprechenden Risikoanalysen (wie Prozess-FMEA), in den Produktionslenkungsplänen und in den Arbeitsanweisungen. Die besonderen Merkmale sind mit speziellen Symbolen zu kennzeichnen und in den Dokumenten zur Produktherstellung zu dokumentieren, die die Ermittlung und Einführung oder die Lenkungsmaßnahmen für diese besonderen Merkmale aufzeigen.

 

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Klarstellung bezüglich der Dokumentation von besonderen Merkmalen in den Zeichnungen bzw. Dokumenten zu Produkten und/oder Prozessen.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.6

Wie zudem auch in dem neuen FMEA Standard werden die BM mindestens in der Prozess FMEA und nicht mehr in der Produkt FMEA gefordert. D.h. aber nicht, dass es dort nicht auch eingetragen werden darf!

 

Si Nr. 7

 8.4.2.1  Art und Umfang der Steuerung – Ergänzung

Die Organisation muss über einen dokumentierten Prozess verfügen, um ausgegliederte Prozesse zu ermitteln und um Art und Umfang der Werkzeuge und Methoden auszuwählen, mit denen die Übereinstimmung der extern bereitgestellten Prozesse, Produkte und Dienstleistungen mit internen und externen Kundenanforderungen überwacht, bewertet und sichergestellt wird.

Der Prozess muss Kriterien und Maßnahmen zur Intensivierung oder Reduzierung der Art und des Umfangs der Werkzeuge und Methoden beinhalten. Basierend auf der Lieferantenperformance und der Bewertung von Produkt-, Material- oder Dienstleistungsrisiken müssen Maßnahmen zur Lieferantenentwicklung eingeleitet werden.

In Fällen in denen Merkmale oder Komponenten ohne Validierung oder Lenkungsmaßnahmen durch das Qualitätsmanagementsystem der Organisation „durchgeleitet“ werden, muss die Organisation sicherstellen, dass geeignete Lenkungsmaßnahmen am Ort der Herstellung existieren

IATF Begründung für diese Änderung:

Klarstellung der Verantwortung der Organisation für „durchgeleitete Merkmale“.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.7

Die Organisation ist für die Qualität seiner „Lieferanten“ verantwortlich so auch für die Weitergabe der aller Anforderungen (auch gesetzliche und behördliche) sowie natürlich der BM.

 

 

Si Nr. 8

8.4.2.3  Entwicklung des QM Systems von Lieferanten

Die Organisation muss ihre Lieferanten von Produkten und Dienstleistungen für die Automobilindustrie auffordern, ein QM-System zu entwickeln, einzuführen und zu verbessern – letztendlich mit dem Ziel, die Zertifizierung nach diesem QMS Standard der Automobilindustrie zu erlangen.

Basierend auf einem Risikobewertungsmodell muss die Organisation für jeden Lieferanten eine zulässige akzeptable Mindestentwicklungsstufe sowie eine Zielentwicklungsstufe für das QM-System festlegen.

Sofern vom Kunden nicht anders vorgegeben, ist ein QM-System, welches nach ISO 9001:2015 zertifiziert ist, die zulässige Mindestentwicklungsstufe der Entwicklung. Basierend auf der aktuellen Leistung und des potenziellen Risikos für den Kunden besteht das Ziel, dass die Lieferanten die folgende Entwicklungsabfolge durchlaufen:

  1. a) Zertifizierung nach ISO 9001:2015 durch „Third Party”-Audits. Sofern vom Kunden nicht anders vorgegeben, müssen die Lieferanten der Organisation ihre Konformität mit ISO 9001:2015 durch die Aufrecht-erhaltung von „Third Party”-Zertifizierungen nachweisen, die von einer Zertifizierungsgesellschaft durchgeführt werden, deren Zertifikate ein Akkreditierungssiegel eines anerkannten Mitglieds des IAF MLA (International Accreditation Forum Multilateral Recognition Arrangement) tragen. Der Haupttätigkeitsbereich der Akkreditierungsgesellschaft muss die Zertifizierung von Managementsystemen nach ISO/IEC 17021 beinhalten,
  2. b) Zertifizierung nach ISO 9001:2015 und Bewertung der Konformität mit anderen, vom Kunden festgelegten Anforderungen an QM-Systeme (wie MAQMSR [Minimum Automotive Quality Management System Requirements for Sub-Tier Suppliers] oder entsprechend) durch „Second Party”-Audits,
  3. c) Zertifizierung nach ISO 9001:2015 und Bewertung der Konformität mit IATF 16949 durch „Second Party”-Audits,
  4. d) Zertifizierung nach IATF 16949 durch „Third Party”-Audits (gültige „Third Party” Zertifizierung des Lieferanten durch eine von der IATF anerkannte Zertifizierungsgesellschaft).

ANMERKUNG: Das zulässige akzeptable Minimum der QM-System Entwicklung kann die Konformität mit ISO 9001 mittels Lieferantenaudits darstellen, sofern dies vom Kunden autorisiert wurde.

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Klarstellung zu der erwarteten Entwicklung der QM-Systeme von Lieferanten. Dieser Ansatz unterstützt das Konzept des risikobasierten Ansatzes, der im Abschnitt 8.4 des Standards betont wird

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.7

Die Organisation ist jetzt etwas flexibler aufgestellt und kann die Mindestvoraussetzung anhand einer Risikobewertung festlegen. Eine Zielvereinbarung mit dem Lieferanten die IATF 16949 zu erlangen ist somit vom Tisch.

 

 

Si Nr. 11

8.5.6.1.1 Zeitlich begrenzte Änderungen in der Produktionsprozesslenkung

 

Die Organisation muss eine Liste der Produktionsprozess-lenkungsmaßnahmen – einschließlich der Prüf- und Messmittel – erstellen, dokumentieren und pflegen. Die Liste der Produktionsprozess-lenkungsmaßnahmen muss die ursprünglich geplanten Methoden zur Prozesslenkung, als auch die freigegebenen „Backup“- oder Alternativmethoden beinhalten, sofern „Backup“- oder alternative Methoden existieren.

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Mit der Änderung wird verdeutlicht, dass nicht jede ursprünglich geplante Produktionsprozesslenkungsmaßnahme über eine „Backup“- oder Alternativmethode verfügt. Es wurde ebenfalls klargestellt, dass sofern eine „Backup“- oder Alternativmethode existiert, diese „Backup“- oder Alternativmethoden in der Liste enthalten sein muss, die von der Organisation diesbezüglich geführt wird. Es ist nicht erforderlich, für jede ursprünglich geplante Produktionsprozesslenkungsmaßnahme eine alternative Prozessslenkungsmaßnahme vorzuhalten.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.11

Auch aus eigenem Interesse kann es für die Organisation von Vorteil sein sich frühestmöglich Gedanken zu Alternativen Prozessen machen => Gedanke ist Richtung Notfallplan.

 

 

Si Nr. 9

8.7.1.1 Sonderfreigaben des Kunden

Wenn das Produkt oder der Produktionsprozess vom freigegebenen Produkt bzw. Prozess abweicht, muss die Organisation die Freigabe des Kunden einholen oder die Abweichung genehmigen lassen, bevor die Produktion fortgesetzt wird.

Bevor ein nicht spezifikationskonformes Produkt, im Ist-Zustand verwendet, weiterverarbeitet oder einer Reparatur (siehe Absatz 8.7.1.5) zugeführt werden darf, muss die Organisation hierfür eine Freigabe des Kunden eingeholt haben. Wenn Sub-Komponenten im Fertigungsprozess wiederverwendet werden sollen, muss diese Wiederverwendung in den entsprechenden Sonderfreigaben oder Abweichgenehmigungen klar an den Kunden kommuniziert werden.

 

 

IATF Begründung für diese Änderung:

Klarstellung der Anforderung(en) bzw. und Eliminierung des Widerspruchs bezüglich der Kundenfreigabe zu Nacharbeit/en

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.9

Nacharbeit muss in Herstellungsprozess berücksichtigt werden und sind somit bei der Bemusterung bzw. Prozessfreigabe vom Kunden freigegeben. Reparaturen hingegen müssen vom Kunden genehmigt werden. Eine Definition Nacharbeit/Reparatur ist in der ISO 9000 beschrieben.

 

 

Si Nr. 14

9.2.2.2 Audit des Qualitätsmanagementsystems

Die Organisation muss alle Qualitätsmanagementsystemprozesse über einen dreijährigen Auditzyklus gemäß einem Jahresprogramm auditieren, wobei der Prozessansatz verwendet wird, um die Einhaltung dieses Automotive QMS-Standards zu überprüfen. In diese Audits integriert, muss die Organisation die Anforderungen an ein kundenspezifisches Qualitätsmanagementsystem zur effektiven Umsetzung prüfen.
Der vollständige Auditzyklus dauert drei Jahre. Die Prüfhäufigkeit des Qualitätsmanagementsystems für einzelne Prozesse, die innerhalb des dreijährigen Prüfzyklus geprüft wird, basiert auf internen und externen Leistungen und Risiken. Organisationen müssen eine Begründung für die zugewiesene Prüfhäufigkeit ihrer Prozesse aufrechterhalten. Alle Prozesse müssen während des dreijährigen Prüfzyklus geprüft und gemäß den geltenden Anforderungen der IATF 16949-Norm geprüft werden, einschließlich der ISO 9001-BaSIsanforderungen und aller kundenspezifischen Anforderungen.

IATF Begründung für Veränderung:

Es wurde klargestellt, dass der Prüfungszyklus drei Jahre dauert. IATF 16949 FAQ 18 wurde gestrichen und die früheren FAQ 18-Bestimmungen des zweiten Abschnitts wurden in SI 14 eingefügt. Es wurde klargestellt, dass alle Prozesse während des dreijährigen Prüfungszyklus geprüft werden müssen.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu Si Nr.14

Leider sehr verwirrende Interpretationen, die sich in der FAQ dann widersprochen hatten. Hintergrund dieser Anforderung ist das der reine Zeitrahmen drei Jahre beträgt, aber auch innerhalb eines Zertifizierungszyklus stattfinden muss.

 

 

SI Nr.13

9.3.2.1 Eingaben für die Managementbewertung

Eingaben für die Managementbewertung umfassen:
a) Kosten für schlechte Qualität (Kosten für interne und externe Nichtkonformität);

  1. b) Maßnahmen zur Prozesseffizienz;
  2. c) gegebenenfalls Messung der Prozesseffizienz für Produktrealisierungsprozesse;
  3. d) Produktkonformität;
  4. e) Einschätzungen der Durchführbarkeit der Fertigung für Änderungen bestehender Betriebsabläufe und für neue Anlagen oder neue Produkte (siehe Abschnitt 7.1.3.1);
  5. f) Kundenzufriedenheit (siehe ISO 9001, Abschnitt 9.1.2);
  6. g) Überprüfung der Leistung anhand der Wartungsziele;
  7. h) Garantieleistung (falls zutreffend);
  8. i) Überprüfung der Kunden-Scorecards (falls zutreffend);
  9. j) Identifizierung potenzieller Feldausfälle, die durch Risikoanalyse (wie FMEA) identifiziert wurden;
  10. k) tatsächliche Feldausfälle und deren Auswirkungen auf die Sicherheit oder die Umwelt.

IATF Begründung für diese Änderung:

Klargestellt, dass nicht für jeden Prozess eine Effizienzmaßnahme erforderlich ist. Die Organisation muss bestimmen, welche Prozesse Effizienzmaßnahmen in ihrem Qualitätsmanagementsystem erfordern.

 

QM INTEGRATION: Bemerkung zu SI Nr.13:

Diese könnten z.B. alle wertschöpfenden Prozesse sein + die o.g. Inputs

 

Haben Sie Fragen zu den Si´s? Schreiben Sie sie gerne in die Kommentare.

 

In meinen Trainings biete ich detaillierte Trainings zu der IATF 16949 an. Wenn Ihre Organisation hier noch Schulungsbedarf hat, können Sie mich sehr gerne kontaktieren.